Der automatisierte Vermögensaufbau über Indexfonds hat sich in den letzten zehn Jahren zum Standard für Privatanleger entwickelt. Doch während die Grundidee – breit gestreut und kostengünstig zu investieren – zeitlos bleibt, hat sich das Umfeld im Jahr 2026 deutlich gewandelt. Regulatorische Eingriffe der EU und eine veränderte Zinslandschaft zwingen Anleger dazu, ihre Auswahlkriterien für Broker und Produkte neu zu bewerten.
In diesem Artikel analysieren wir den aktuellen Stand der ETF-Sparpläne, vergleichen die führenden Anbieter und setzen uns kritisch mit den strukturellen Risiken des passiven Investierens auseinander.
Die führenden Anbieter im Jahr 2026
Das Jahr 2026 markiert einen Wendepunkt für die Broker-Landschaft. Durch das EU-weite Verbot von Rückvergütungen (Payment for Order Flow, kurz PFOF), das bis zur Jahresmitte vollständig umgesetzt sein muss, haben viele Neobroker ihre Geschäftsmodelle angepasst. Transparente Gebührenmodelle und attraktive Zinsen auf Cash-Bestände sind nun die primären Differenzierungsmerkmale.
1. Scalable Capital
Scalable Capital * hat seine Position durch eine konsequente technische Weiterentwicklung gefestigt.
- Konditionen: Über 2.800 ETFs sind sparplanfähig. Im „FREE Broker“ fallen keine Ausführungsgebühren an; das „PRIME+“-Modell bietet für eine monatliche Flatrate zusätzliche Vorteile wie Portfolio-Analyse-Tools und attraktive Zinsen.
- Besonderheit: Scalable nutzt verstärkt KI-basierte Assistenten, die Anleger auf ein wachsendes Klumpenrisiko im Portfolio hinweisen.
2. Trade Republic
Durch die eigene Vollbanklizenz ist Trade Republic 2026 zu einer ernsthaften Konkurrenz für klassische Banken geworden.
- Konditionen: Alle Sparpläne werden ohne Ausführungsgebühren angeboten. Die Mindestsparrate liegt bei lediglich 1 Euro.
- Integration: Das „Saveback“-Modell, bei dem ein Prozentsatz jeder Kartenzahlung automatisch in einen ETF-Sparplan fließt, macht das Investieren zu einem integralen Bestandteil des täglichen Zahlungsverkehrs.
3. ING (Direktbank-Standard)
Die ING bleibt der Benchmark für Anleger, die die Stabilität einer großen Vollbank bevorzugen.
- Konditionen: Seit geraumer Zeit sind alle verfügbaren ETFs (über 1.200) ohne Kaufgebühren besparbar.
- Zielgruppe: Besonders geeignet für Anleger, die Wert auf ein übersichtliches Web-Interface und die direkte Verknüpfung mit Giro- und Tagesgeldkonten legen.
Marktvergleich: Konditionen im Überblick (Stand Januar 2026)
| Anbieter | Depotführung | Kosten pro Sparrate | Mindestrate | Zinsen (Cash) |
|---|---|---|---|---|
| Trade Republic | 0 € | 0 € | 1 € | ~ 2,50 % p.a. |
| Scalable Capital * | 0 € | 0 € | 1 € | ~ 2,25 % p.a.* |
| ING | 0 € | 0 € | 1 € | Marktabhängig |
| Finanzen.net Zero * | 0 € | 0 € | 1 € | Fokus auf Abos |
Hinweis: Achte im Jahr 2026 verstärkt auf die Spreads (Differenz zwischen Kauf- und Verkaufspreis). Durch das PFOF-Verbot könnten einige Broker versuchen, entgangene Provisionen über leicht schlechtere Kurse bei der Sparplanausführung auszugleichen.
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Kritische Bestandsaufnahme: Die Grenzen des passiven Sparens
Trotz der unbestreitbaren Vorteile der Kosten- und Zeitersparnis ist das Konzept „ETF-Sparen“ im Jahr 2026 einer intensiveren Kritik ausgesetzt. Blindes Vertrauen in Welt-Indizes kann zu unbeabsichtigten Risiken führen.
1. Die Konzentrations-Falle (Klumpenrisiko)
Ein klassischer MSCI World ETF ist heute so stark auf die USA konzentriert wie nie zuvor. Über 70 % des Kapitals fließen in den US-Markt, und ein massiver Anteil entfällt auf nur eine Handvoll Technologie-Giganten. Wer diesen Index bespart, setzt de facto auf die fortwährende Dominanz von Big Tech. Eine echte globale Diversifikation findet in den marktkapitalisierten Indizes kaum noch statt.
2. Marktverzerrung durch passives Kapital
Kritiker warnen davor, dass ETFs die effiziente Preisfindung am Markt stören. Da Indexfonds Aktien stur nach Größe kaufen – unabhängig von fundamentalen Daten wie Gewinn oder Verschuldung – werden große Unternehmen immer weiter aufgebläht. Dies kann die Bildung von Blasen begünstigen und den Markt für aktive Investoren verzerren.
3. Die „Illusion der Liquidität“
In Phasen extremer Marktpanik könnte sich zeigen, dass die jederzeitige Handelbarkeit von ETFs an ihre Grenzen stößt, insbesondere bei speziellen Segmenten wie Schwellenländer-Anleihen oder Small Caps. Wenn die zugrunde liegenden Werte nicht schnell genug verkauft werden können, weiten sich die Spreads der ETFs massiv aus.
Fazit und Ausblick
ETF-Sparpläne bleiben auch 2026 ein exzellentes Instrument für den langfristigen Vermögensaufbau. Die Effizienz der Neobroker und die Kostenfreiheit bei vielen Direktbanken sind ein großer Gewinn für Privatanleger.
Dennoch erfordert das Jahr 2026 ein höheres Maß an Eigenverantwortung. Das „Set-and-Forget“-Prinzip sollte durch einen jährlichen Check der regionalen Gewichtung ergänzt werden. Eine Ergänzung des Kern-Portfolios durch gleichgewichtete (Equal Weight) Indizes oder die gezielte Beimischung anderer Weltregionen (z. B. Europa oder Emerging Markets) kann das US-Klumpenrisiko signifikant senken.
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